Juwelen und andere Schätze

Jetzt sind wir schon mitten im Geschehen. Es wird geräumt, gerückt, nach Medien gefragt …. und der Beitrag meiner Kollegin, die aus der Elternzeit zurückkam, war ja geradezu ein Ruf nach mehr Infos!

So möchte ich mich endlich zu den „Juwelen“  im Haus näher auslassen:

Schon zum Namen könnte ich viel erzählen: er war nicht gleich da … –  genauso wenig wie das Bild, das wir von einem Bereich für junge Menschen entwickelten.

Was uns klar war: wir wollen einen attraktiven, einladenden Wohlfühlbereich für junge Menschen im Alter von ca 14 – 22 Jahren schaffen. Er soll zum Chillen, Treffen, Entspannen, zu Gaming und zum Lesen einladen; hier soll nichts an Schule oder Arbeit erinnern …

Diese Altersgruppe, die der Kinderbücherei entwachsen ist, hat hier bislang keine wirkliche Anlaufstelle, aber das soll sich bald ändern, wobei „bald“ schon noch bis voraussichtlich März dauern wird. Der Bereich, den wir dafür vorsehen, nennen wir „JuWel“, formal eine Verkürzung von „Junger Welt“, aber es soll schon auch ein „Schätzchen“ werden.  Anders als meine Kollegin vermutete, gibt es das JuWel bei uns aber nicht im Plural, sondern nur einmal und zwar im Untergeschoss.

Mit der Namensgebung hatten wir unsere Nöte: die Bezeichnungen anderer Büchereien für ihr Jugendangebot,überzeugten uns nicht oder passten nicht zu uns. Da kursierten Namen wie underground, update, tube, subway, zone X, Bermudadreieck, GenerationY usw.

Richtig schön schräg aber auch polarisierend war JuWel! Das ist eigenwillig, unverwechselbar, zeitlos bis antiquiert, hat Charme und vermittelt auch Wertigkeit.

Das passt zu uns bzw. unserem eindrucksvollen Gebäude –  denken wir.

Es geht los – erste Umräumaktionen gestartet!

Die ersten Medien unserer neuen „Jungen Welt“ (Juwel) sind an ihren neuen Standort gezogen: Die Comics und Spiele sind die ersten Auserwählten und stehen von nun an im Untergeschoss. Außerdem sind wir dabei noch weitere Medien umzuräumen. Aktuell finden Sie:

  • Filme → auf der Eingangsetage an der Seite zur Überfrau / hinter dem Treppenaufgang
  • Hörbücher → im 1. OG hinter den Romanen/Belletristik und vorne in der Eingangsetage
  • Comics → im Untergeschoss im ‚Juwel‘ (bzw. ehemals Mediothek)
  • Spiele → im Untergeschoss im ‚Juwel‘ (bzw. ehemals Mediothek)

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Warum Gaming?

Games und Bibliotheken gehören zusammen. Klingt das provokant?
Computerspiele sind Kulturgut – und das ganz offiziell bereits seit 2008. Verwundert Sie das?
Hier noch einige Zahlen:

  • 69 % aller Haushaltsvorstände spielen Computer- oder Videospiele
  • 97% aller Jugendlichen spielen Computer- oder Videospiele
  • 40% aller Gamer sind Frauen
  • jeder 4.  Gamer ist älter als 50
  • der durchschnittliche Spieler ist 35 und spielt bereits seit 12 Jahren
  • die meisten Gamer glauben, dass sie ihr ganzes Leben lang weiterspielen werden

Games sind schon lange viel mehr als nur ein lustiger Zeitvertreib. Sie sind heute als untrennbares Phänomen unserer Lebenskultur zu verstehen. Können Bibliotheken das ignorieren? Können vielleicht, aber wir wollen es nicht.
Wir stellen uns der Aufgabe, Gaming-Bereiche als einen Ort der Begegnung und Beratung anzubieten. Wir wenden uns dabei an die unterschiedlichsten Gruppen der Spieler und Nichtspieler. Es wird eine generationsübergreifende Arbeit sein, die darauf basiert, dass Eltern bzw. Großeltern gemeinsam mit ihren Kindern die Öffnungszeiten nutzen, um miteinander zu spielen, gemeinsam die Welt der Computerspiele zu entdecken und voneinander zu lernen.
Ziel ist die Vermittlung von Medienkompetenz auf Seiten der Nichtspieler und Spieler. Ziel ist es aber auch – egal wie jung oder alt die Gamer sind – einfach nur Spaß zu haben! Fortsetzung folgt …

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Neun Monate Elternzeit und nichts ist wie es war – 2

cd_trog

Es ist tatsächlich nicht bei meinen ersten Entdeckungen geblieben. Wenn ich zwar an manchen Stellen leere oder nur noch halbgefüllte Regale gesehen habe, so gibt es aber auch noch volle Regale. Die CD-Tröge – wie wir sie nennen – in unserer Mediothek sind so ein Beispiel.  Und nicht nur gut gefüllt sind sie, sondern auch neu beschriftet. Die Tröge und die CDs  sind mit neuen Schildern versehen. Diese gelben „Interessenkreisschilder“ sind bekannt aus dem Nahbereich: Moderne Unterhaltung, Biographie, Historischer Roman, Science fiction usw. Das macht die Suche nach dem bevorzugten Genre einfacher.

romane_a-zZusätzlich wird die Suche erleichtert durch die Sortierung von A – Z nach den Autoren. Und das nicht nur bei den Hörbüchern, sondern auch bei den Romanen im Nahbereich. Dort werden immer mehr Interessenkreise alphabetisch sortiert. Das gefällt mir!

juwel_ikDas Projekt „Mehr Raum für Menschen“ erfordert auch Neuerungen in unserer Kinder- und Jugendbücherei. Diese habe ich als erstes in unserem neuen Bücherbus entdeckt. Selbst dort und in unseren Stadtteilbüchereien spiegeln sich die Änderungen wider. Es gibt Interessenkreisschilder in grün-türkis und mit neuen Themen: Manga, leben eben, Mystery, Fantasy future und Thriller. Und hier komme ich wieder ins Spiel: Die Regale brauchen neue Beschriftungen, die ich als eine meiner ersten Aufgaben nach der Elternzeit erstelle.
Ich muss allerdings nochmal bei meinen Kolleginnen und Kollegen nachhaken: Es wird dauernd von irgendwelchen Juwelen oder so gesprochen. Was bedeutet das denn wohl? Da schaue ich mir doch mal die Ergebnisse unserer Arbeitskreise an. Vielleicht erfahre ich dadurch mehr…

Sie sehen, ich bin wieder im Arbeitsalltag angekommen. Vieles hat sich verändert, aber vieles ist auch so geblieben wie es war. Wir sind alle gespannt, wie es mit dem Projekt weitergeht und welche Veränderungen es bis ins Jahr 2015 geben wird. Ich freue mich darauf!