Ein neues Heim für unsere Broschüren – Goodbye Medienflohmarkt

DSC_0022Im Rahmen unseres FrühjahrsPutzes verändert sich auch das Erdgeschoss immer mal wieder. Gestern fanden die Broschüren eine neue Heimat auf der Balustrade neben der Servicetheke. Nach einigem Hin- und Herrücken waren dann alle zufrieden. Zu heimisch sollten sich die Informationsflyer rund um Münster dort allerdings nicht fühlen. In zwei Wochen kommt dann der Wechsel neben die Treppe zum Untergeschoss, wo sich bisher unser permanenter Bücher- und Medienflohmarkt aufhält. Dieser verabschiedet sich dann komplett aus dem täglichen Büchereileben, kehrt aber einmal im Monat wieder zurück. Immer am letzten Samstag eines Monats bieten wir mit Hilfe des Freundeskreises der Bücherei aussortierte Bestände an, die ein neues Zuhause suchen. Für den April kann sich jeder schon einmal den 25.4. in den Kalender eintragen, mehr Informationen rund um das „Wann, wie, wo und warum“ folgen bei uns in Kürze. Und damit hier noch einmal ein Bild des bisherigen Flohmarkts, wer ihn noch einmal besuchen möchte, kann dies derzeit noch an der alten Stelle im Erdgeschoss tun. (Und sollte nun jemand auf dem Foto sein absolutes Lieblingsbuch gesichtet haben: Wir sind heute von 10 bis 19 Uhr für euch da.)DSC_0001

Advertisements

Mehr Raum für Menschen – weniger Raum für Bücher

Bisher wurden hier verschiedene Einblicke ermöglicht in unsere Planungen zur Umgestaltung der Stadtbücherei. Alles firmiert unter der Überschrift „Mehr Raum für Menschen“: mehr Platz für Kinder – ein eigener Raum für Jugendliche – weiterhin viele Arbeitsplätze für Gruppen und Einzelne – eine eigene Etage für kulturell und literarisch Interessierte – und vieles mehr wird zurzeit vorbereitet. Wenn man das so liest, denkt man womöglich: „Bauen die an?“ Leider nein! Wir schaffen Platz für Neues, indem wir uns tatsächlich von Büchern trennen, in einem deutlich höheren Umfang, als wir das immer schon fortlaufend getan haben.

Was heisst das für Sie als Kundin, als Kunde der Stadtbücherei

im Bereich Sachliteratur?

  • Wir reduzieren unser Angebot in allen Bereichen, in denen wir sehr viele Medien anbieten, in denen alle relevanten Themen sehr gut abgedeckt sind. Wir trennen uns von Mehrfachexemplaren, austauschbaren Titeln und selten gefragten Büchern. Was uns dabei langfristig relevant erscheint, bewahren wir in unserem Magazin auf, damit Sie auch künftig darauf zugreifen können.
  • Wir trennen uns noch schneller als bisher von nicht mehr gefragten Themen.
  • Wir investieren weiterhin in hohem Maße in Neuanschaffungen auf allen Sachgebieten, um Ihrem Informationsbedürfnis Rechnung tragen zu können.

im Bereich Unterhaltungsliteratur?

  • Wir schaffen einen ganz neuen attraktiven Bereich unter der Marke „Kulturetage“, wo Sie das gesamte Romanangebot an einer Stelle vorfinden – ein von vielen häufig geäußerter Wunsch. Diese Maßnahme ermöglicht es uns unter anderem, das Angebot insgesamt zu verkleinern, da wir auf viele Mehrfachexemplare verzichten können.

im Bereich Kinderliteratur?

  • Die Ausleihen sind in den vergangenen zehn Jahren um über fünfzig Prozent gestiegen – dem tragen wir auf jeden Fall weiter Rechnung: Das Angebot soll wachsen können (und braucht RAUM)

im Bereich aller anderen Medien?

  • Die Angebotspalette bleibt im Umfang und in der Vielfalt erhalten (zum Thema Gaming wurde schon einiges angedeutet, weitere Informationen dazu werden folgen). Allerdings wird der Raum „Mediothek“ in Kürze dem schon häufig genannten JuWel  (Junge Welt) weichen.
  • Eine Anmerkung zum Thema „Noten“: Ihre zahlreichen kritischen Rückmeldungen zu unserer Magazinierungsaktion nehmen wir ernst! Weitere Magazinierungen soll es bei den Noten möglichst nicht geben – sofern uns der künftig dafür vorgesehene Raum ausreichen wird.

Insgesamt, da bin ich mir sicher, wird das Medienangebot zwar kleiner, aber deutlich attraktiver und aktueller. Wir hoffen, dass Sie das „Weniger ist mehr“ mittragen werden und sind gespannt auf Ihre Kommentare, auf welchem Wege auch immer.

Bibliotheken inspirieren

Diese Diashow benötigt JavaScript.

… und Bibliotheksmitarbeiterinnen, die ihre Bibliothek weiterentwickeln möchten, lassen sich inspirieren. Unser erste Tour führte nach Amsterdam, in die „Openbare Bibliotheek Amsterdam“

Die Eckdaten beeindrucken, auch ohne dass man vor Ort war: 28.000 Quadratmeter Publikumsbereich, 300 Internetplätze, 1000 Sitzplätze, intergriert sind ein Theater und ein Restaurant, täglich (!) von 10 bis 22 Uhr geöffnet, durchschnittlich 5.000 Besucher pro Tag, …

Eindrücke, die ich mitgenommen habe: Ein Publikumsmagnet sondersgleichen – selten habe ich eine so belebte, ja belagerte Bibliothek gesehen. Beeindruckend fand ich, wie es dem Architekten gelungen ist, durch die Raumplanung unterschiedliche Zonen für divergierende Nutzungsinteressen und Zielgruppen zu schaffen. Die Internetplätze waren fast alle belegt – an den Bücherregalen habe ich kaum jemanden gesehen – ein Bibliotheksbesuch, der lange nachgewirkt hat, weil er mich als Fachfrau sehr deutlich konfrontiert hat mit Zukunftsfragen und -fragezeichen.

Wer Lust hat auf weitere visuelle Eindrücke, findet sie reichlich zum Beispiel auf FlickR.

„Mehr Raum für Menschen“ – oder: Warum lassen wir nicht alles wie es ist?

Büchereien allgemein und die Stadtbücherei Münster speziell sind lang bewährte und stabile Institutionen – Anlaufstellen, die so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Doch auch wenn sich unser Angebot über viele Jahre bewährt hat, bemerken wir einen spannenden Wandel. Auf den möchten wir nicht nur reagieren, sondern ihn aktiv mitgestalten.

Das Kundenverhalten verändert sich, Menschen entwickeln sich, Generationen wechseln und über die digitalen Fortschritte und die Auswirkungen auf die Gesellschaft fangen wir mal lieber gar nicht erst an zu philosophieren. Für uns als Bücherei sind es vor allem die Kunden und die Medien, die uns interessieren. Und genau in diesen zwei Bereichen beobachten wir die größten Veränderungen:

Immer mehr Menschen kommen nicht mehr nur in die Bücherei, um gezielt Medien auszuwählen und auszuleihen, sondern um sich bei uns aufzuhalten. Da sehen wir Lerngruppen, die sich um die letzten freien Tische scharen, genervte Warteschlangen an den PC-Arbeitsplätzen und Leseratten, die sich suchend nach einem entspannten Platz zum Lesen umschauen.

Auch im Bereich der Medien nimmt der Wandel Fahrt auf bzw. beschleunigt sein Tempo. Gedruckte Bücher bekommen unverstaubt in digitaler Form eine Bedeutung. Dadurch sind die Inhalte nicht mehr an Ort und Zeit gebunden. Rasant entwickelt sich z. B. unser eBook-Angebot (Muensterload.de). Es gilt, die virtuellen und realen Angebote geschickt zu verknüpfen, sie gleichberechtigt zu präsentieren und nicht mehr künstlich auseinanderhalten zu wollen.

Natürlich ist durch die virtuelle Dynamik das Bedürfnis der Kunden nach Orientierung – egal ob real oder virtuell – größer geworden. Gerade im eBook-Bereich sind viele unserer Kunden dankbar für die Beratung (ohne kommerziellen Hintergedanken). Sowieso ist mehr denn je unsere Informations- und Recherchekompetenz gefragt. Dies zeigt z.B. auch die hohe Nachfrage nach Schulungen für die Schüler und Schülerinnen der Oberstufe.

Natürlich könnten wir uns zurücklehnen und die aktuellen Entwicklungen beobachten, beschimpfen, belächeln oder ignorieren. Aber das ist uns zu gefährlich, denn: „In einem wankenden Schiff fällt um, wer stillsteht und sich nicht bewegt.“ (Zitat von Ludwig Börne)