Drei Jahre „Mehr Raum für Menschen“

Vor fast genau drei Jahren, am 7. Oktober 2013, haben wir diesen Blog, der das Projekt „Mehr Raum für Menschen“ begleiten und Sie über unser Tun informieren sollte, gestartet. Wir haben in diesen drei Jahren viel bewegt: Regale, Medien, Technik … Nichts ist so geblieben, wie es war – und Sie konnten immer mit dabei sein.
So langsam nähern wir uns dem Ende des Projektes. So langsam, denn ganz fertig sind wir noch nicht …

Der Eingangsbereich hat in diesem Monat den letzten Schliff bekommen. Nach Leseinsel, Zeitschriftenlounge und neuer DVD-Aufstellung „begrüßt“ Sie nun im Foyer ein schicker Monitor. Er informiert Sie tagesaktuell über Veranstaltungen und Neuigkeiten in der Stadtbücherei.
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Dank einer Förderung durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen konnten wir unseren Themenbereich „Ankommen in Deutschland“ einrichten.
Die flexible Möblierung bietet Platz, ermöglicht viel Frontalpräsentation und erleichtert dadurch die Orientierung. Zusätzliche Medien konnten eingekauft und unser „Willkommensflyer“ in viele Sprachen übersetzt werden.

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Eine Etage fehlt nun noch: die Kulturetage. Schon längst finden hier erfolgreich Veranstaltungen statt, aber einiges werden wir noch verändern. Wie gesagt: ganz fertig sind wir noch nicht …

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Wir bauen uns ein DVD-Regal …

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Nein, natürlich nicht :-). Die Papprinnen würden auch wohl nicht lange überleben. Aber wer eine Vorstellung davon bekommen will, wie das, was ein Planer in seine Pläne zeichnet, denn nun tatsächlich aussieht, der muss eben kreativ werden. So haben wir das DVD-Regal mal eben „nachgebaut“. Passen die Hüllen hinein? Wie hoch müsste es hängen, damit es für die Kunden bequem ist? Oder die Zeitschriftenpräsentation: wollen wir die wirklich so? Wie viel Stühle passen wohl in die potentielle Zeitschriftenlounge? Und wie viele Zeitschriften in die Schränke? Farben, Formen, Maße, Zahlen – alles steht auf dem Prüfstand, alles muss entschieden werden. Weiter geht’s …

Kinderreich auf Erfolgskurs

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Jetzt wird es höchste Zeit, dass sich mal jemand aus der Kinderbücherei zum Projekt äußert, „last call for papers“ mahnen die Blogkolleginnen an. Stimmt: Über 30 Jahre war ich mit der Entwicklung der Kinderbücherei beschäftigt und gehe ganz bald, ausgerechnet in dieser Aufbruchphase, in den Ruhestand.
Ein weiterer Grund: Hätte es ohne die Abstimmung der Kundschaft der Kinderbücherei mit den Füßen das Projekt „Mehr Raum für Menschen“ überhaupt gegeben?
Allein diese Zahlen: 1993 sind wir mit 20.000 Medien und 118.000 Entleihungen pro Jahr in den Neubau gezogen, jetzt machen 30.000 Medien fast das Dreifache an Ausleihen. Die Anzahl der Klassenführungen hat sich vervielfacht, Veranstaltungen vom Bilderbuchkino bis zur Mega-Nacht der Bibliotheken oder dem Manga-Sommer-Samstag  sind auf dem Areal von 412 qm für Gäste und Kundschaft – und unser Team – nicht immer komfortabel durchzuführen.

Aber sie kommen alle – wie schön! Erst waren es vor allem die Schulkinder. Nach Harry Potter und mit der Fantasywelle mischten sich auf einmal auch Erwachsene in die Kundschaft der Kinderbücherei. Mit den CDs und DVDs und dann mit den CD-ROMS erreichten wir weitere Interessenten. 9 Jahre nach dem Umzug wurde erstmals der Kinderbücherei eine neue innenarchitektonische Struktur verpasst: in kleinen Nischen konnten die neuen Internetplätze ausprobiert werden oder Kids chillten jetzt in Sitzsäcken (nur nannte das noch niemand so) – die Älteren waren jetzt endlich mal ein bisschen für sich.

Aber seit einigen Jahren sind nicht nur diese Plätze heiß begehrt: Kinder treffen sich zur Forschung für ihre gemeinsame Facharbeit, Nachhilfestunden finden gleich hier statt. Der Raum: Sachbücher vorhanden, IT-Recherche möglich, Sitzecken gemütlich und kostenlos – was gibt es Besseres?
Na ja, mit den Konsolenspielen im Angebot wächst natürlich gleich auch die Begehrlichkeit: kann man sie hier mal ausprobieren? Kein Platz für Gaming, zurzeit können wir das nur gelegentlich im Rahmen von Ferienevents mit technischem Aufwand anbieten.

Internetplätze für Recherche und Checken der Mails nach der Schule, das geht. Aber für Jugendliche ist die Kinderbücherei zum Abhängen trotz WLan nicht besonders cool. Da passiert es häufig, dass nachmittags die 15-Jährige sich durch die krabbelnden Windelflitzer schlängeln muss, um zu dem Thriller-Angebot zu kommen oder mit einer Mystery-Romance ins Wochenende zu gehen.
Morgens drängelt sich neben den Schülern bei der Klassenführung mit Stationenlernen oder der Buchstabenrallye auch die Kita-Gruppe auf Spontanbesuch vor den Regalen.

À propos: Am Samstag ist neben dem Wochenmarkt die Kinderbücherei DER Treff für Familien. Und wo parken die ganzen Kinderwagen?
Das leidige Platzproblem und der Bedarf an mehr Aufenthaltsqualität wachsen stetig mit den geänderten Bedürfnissen unserer kleinen, jungen und natürlich auch erwachsenen Kundinnen und Kunden.
Dass das bisher einigermaßen reibungslos klappte, ist sicher der Toleranz und dem Langmut der Kinder, Eltern und Lehrer zu verdanken.
Aber mit dem Projekt „Mehr Raum für Menschen“ wird vieles besser: Wir arbeiten mit Hochdruck daran. Manches ist schon sichtbar, an manchen Ecken ist es so richtig unordentlich – irgendwie müssen wir unser aufgeräumtes Image ja mal konterkarieren – , aber Ende Juni soll es startklar sein – Codewort JuWel!

Worum geht es denn hier eigentlich?

Veränderung! Wandel! Dynamik! Entwicklung! Tempo! Rasanz! Verschiebung!
Darüber haben wir nun genug geschrieben. Und auch darüber, dass wir uns nicht zurücklehnen wollen. Was also werden wir tun?
Nehmen Sie „Mehr Raum für Menschen“ wörtlich. Schließen Sie Ihre Augen und stellen Sie sich vor, Sie betreten die Bibliothek und finden einen Bereich vor, der dazu einlädt, Entdeckungen zu machen, Neues zu erfahren, sich gemütlich zum Lesen nieder zu lassen oder sich mit anderen Besuchern auszutauschen. Keine Supermarkt-Atmosphäre, stattdessen Leselounge, aktuelle und besondere Medien in Szene gesetzt, stimmungsvolles Licht. Und gleichzeitig begegnen Ihnen die virtuellen Angebote der Bücherei, deren Inhalte werden erlebbar.
Folgen Sie uns nun ins Untergeschoss. Hier heißt es: Mehr Raum für Kinder und Familien und Freizeittreff für Jugendliche. Die jetzige Kinderbücherei wird endlich wirklich eine Kinderbücherei! Bücher und Medien für Jugendliche werden hier nicht mehr angeboten. Für junge Menschen entsteht ein attraktives Areal zum Chillen, Lesen, Freunde treffen und – gamen! Gaming in der Bibliothek? Aber ja! Unbedingt!
Wir betreten den „anderen“ Bauteil. Er behält seinen Charakter als klassische Bibliothek, bekommt aber mehr Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten, also mehr Raum für Lernende.
Eine Etage wollen wir allerdings auch hier etwas verändern. Nennen wir den Bereich: „Literarischer Salon“ oder „Kulturetage“ oder „Kulturdeck“ oder … (für die Namensfindung haben wir ja noch etwas Zeit …) Entstehen soll ein Ort für kleine literarische Veranstaltungen, selbstorganisierte Lesezirkel, Poetry Slam, etc.
Sind Ihre Augen noch geschlossen? Glauben Sie, Sie träumen …?

Modernisierung der Stadtbücherei …

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… oder wie alles begann!
Die Einrichtung der Stadtbücherei am Alten Steinweg entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Bibliothek. Wenn man das Foto sieht, mag man es nicht glauben. Auch nach 20 Jahren ist das Gebäude modern, zeitlos. Und doch stand es so am 27.09.2012 in der öffentlichen Berichtsvorlage für den Kulturausschuss. Die Welt der Medien und Informationen hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant verändert. Gedruckte Medien und Bücher im klassischen Format verlieren an Bedeutung. Die Vorlage fand nicht nur Gehör, sondern auch Zustimmung – und Geldmittel durch die Gewinnausschüttung der Sparkasse Münsterland Ost. Damit war der Start für weitere tiefgreifende Veränderungen gegeben, denn erste Veränderungen in diesem Sinne gab es ja bereits durch Einrichtung der Q-thek, der Lernräume, der eBook-Lounge, WLan, und, und, und …